Unternehmen mit einer guten Planung haben bessere Chancen (1/2)
admin
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Ich zeige Ihnen das Thema Unternehmensplanung anhand des Planungssystems der Controller Akademie Gauting/München. Ich habe dieses Planungssystem während meiner Weiterbildung zum Controller SIB kennengelernt. Es ist hervorragend für Startups und KMU geeignet weil es einfach, verständlich und nachvollziehbar ist. In der KMU-Werkstatt berate ich unsere Kunden nach diesem Planungssystem und ich wende es auch aktiv im "Modul 1: Strategie" und "Modul 3: Finanzen" der KMU-Werkstatt an.
Unternehmensplanung mit System
Strategische Planung: Bei der strategischen Planung geht es darum herauszufinden, welches heute und morgen für den Kunden die richtigen Produkte und Dienstleistungen sind und was alles getan werden muss, um diese Leistungen herzustellen und zu vermarkten.
Budgetierung: Das Ziel der Budgetierung ist es, die Wirtschaftlichkeit bei der Leistungserstellung und Marktbearbeitung zu gewährleisten. Die entscheidende Frage lautet: Können wir mit den einzelnen Produkten und Leistungen einen Gewinn erzielen und wenn ja, wie viel? Und wenn nicht, warum?
Finanzplanung: Ziel der Finanzplanung ist es sicherzustellen, dass jederzeit genügend flüssige Mittel vorhanden sind um die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten und einen ernsthaften Liquiditätsengpass zu vermeiden.
Warum planen? Es kommt sowieso anders als geplant!
"Planung ist etwas für Grossbetriebe, dafür haben wir keine Zeit!" Diese Haltung haben schon viele KMU-Unternehmer teuer bezahlt. Sie werden gleich erfahren, warum.
Indem Sie die zukünftigen Aktivitäten Ihres Unternehmens planen und zahlenmässig in einem Budget festhalten definieren Sie, wie der Betriebserfolg am Ende des Geschäfts-jahres aussehen soll. Es ist eine gedankliche Vorwegnahme der angestrebten Resultate und der gewünschten zukünftigen Entwicklung Ihres Unternehmens.
Dadurch fangen Sie an, Ihr Unternehmen aktiv und gezielt zu führen und überlassen so Ihren Betriebserfolg nicht dem Zufall. Wenn Sie genau wissen was Sie wollen (=Planung), setzen Sie Ihre Kräfte und Mittel gezielter und effizienter ein als bisher. Sie erreichen mit dem gleichen Mitteleinsatz wesentlich mehr, als wenn Sie gar nicht planen würden.
Planen kostet Zeit. Aber es ist gut investierte Zeit. Denn wer plant, verbessert seine Chancen und seine Erfolgswahrscheinlichkeit erheblich. Unternehmen mit einer aktiven Führung (Planung und Controlling) werden ihre Ziele in der Regel leichter, sicherer und schneller erreichen als diejenigen, die unvorbereitet losrennen. Durch Planen steigern Sie die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu agieren.
Strategische Planung - Die Zukunft aktiv planen und gestalten
Ihre verfügbaren Ressourcen (Zeit, Energie und Geld) sind limitiert. Sie können vieles machen und auch vieles erreichen. Aber: Sie können nicht alles machen und auch nicht alles erreichen. Sie müssen sich entscheiden und klare Ziele und Prioritäten setzen. Wer das nicht tut, dem geht es wie dem Koch, der drei Pfannen zum Kochen braucht aber nur eine Herdplatte zur Verfügung hat. Stellen Sie sich das bildlich vor:
Sie haben drei grosse Töpfe auf dem Herd stehen aber nur eine Herdplatte. Was machen Sie jetzt? Sie stellen den ersten Topf auf die Platte und kochen ihn auf. Sobald er heiss ist, stellen Sie ihn weg und nehmen den zweiten Topf. Während der zweite Topf aufkocht, wird der erste Topf schon wieder langsam kalt. Sie können sich anstrengen, fleissig sein, positiv denken und sich abmühen so viel sie wollen. Sie werden nie mehr als einen Topf auf einmal heiss bekommen.
Das Gleiche gilt ihm Unternehmen. Viele Unternehmer und Selbständige machen heute Werbung für Produkt A, morgen dann für Produkt B und übermorgen entwickeln Sie das Produkt C weil die Werbung für Produkt A und B nichts gebracht hat. Ist es da nicht erfolgsversprechender gezielt und systematisch - also strategisch - vorzugehen?
Die richtige Strategie entscheidet über Erfolg oder Misserfolg
Eine mögliche Strategie könnte wie folgt aussehen:
Sie konzentrieren sich zunächst mit Produkt A auf ein Geschäftsfeld und widerstehen der Versuchung zu viele Dinge auf einmal zu machen.
Sie fangen an Produkt A zu vermarkten, profilieren sich mit Produkt A im Markt und machen sich damit einen guten Namen.
Dann bauen Sie Ihr spezialisiertes Sortiment mit Produkt B aus oder überlegen sich, ein neues Geschäftsfeld mit Produkt C zu erschliessen.
Wenn Sie strategisch vorgehen, dann erzielen Sie mit dem gleichen Ressourceneinsatz ein Vielfaches an Wirkung und erreichen Ihre Ziele in der Regel leichter, schneller und sicherer, als wenn Sie unvorbereitet (=ohne Planung) durch die Gegend rennen.
Werfen Sie regelmässig einen Blick in die Zukunft
Der strategische Plan ist ein mittelfristiger Bauplan welcher sicherstellt, dass Sie sich in den kommenden Jahren auf die wichtigsten Ziele und Aktivitäten konzentrieren. Mit der strategischen Planung schlagen Sie die Brücke von der Gegenwart in die Zukunft. Sie soll sicherstellen, dass Sie Ihre Kräfte und Mittel so wirksam und effizient wie möglich einsetzen. Es geht dabei um die Fragen:
Wo stehen wir (Ist-Zustand)?
Wohin wollen wir (Ziele) bzw. wohin können wir (Marktchancen)?
Wie gelangen wir dorthin (Strategie)?
Nehmen Sie sich einmal pro Jahr Zeit für die strategische Planung. Idealerweise jeweils im Herbst. Nehmen wir an es ist Oktober 2018. Planen Sie das nächste Geschäftsjahr 2019 möglichst genau und detailliert. Für das Jahr 2020 reicht es, wenn Sie wenigstens die Unternehmensziele grob schätzen. Ein Jahr später, im Herbst 2020, machen Sie dann wieder eine Jahresplanung für 2021 und eine grobe Schätzung für 2022.
Das Planungsgebäude - Die Zukunft aktiv planen und gestalten
Wenn Sie die strategische Planung zum ersten mal machen, dann gehen Sie nach dem folgenden Schema vor. Formulieren auf zwei bis drei Seiten in knapper, präziser und konkreter Form Ihre Grundsatzentscheidungen zu den folgenden Punkten:
Strategische Ausrichtung. Entwickeln Sie eine klare Leitidee auf die Sie Ihre Produktpalette ausrichten können. Positionieren Sie Ihr Unternehmen im Markt und bestimmen Sie, wie Sie von Ihren Kunden wahrgenommen werden wollen.
Produkt-Markt-Schwerpunkte. Setzen Sie klare Prioritäten betreffend der zu bearbeitenden Produkt-Markt-Segmente. Definieren Sie, welche Zielgruppen Sie in welchem geografischen Markt, mit welchen Produkten über welchen Absatzkanal bedienen wollen. Beschreiben Sie auch die besonderen Eigenschaften, mit denen sich Ihre Angebote von der Konkurrenz unterscheiden.
Unternehmensziele. Nun legen Sie fest, welche Absatz- und Umsatzziele Sie erreichen und welchen Bruttogewinn (Deckungsbeitrag I) Sie erwirtschaften wollen. Es ist wichtig diese Eckdaten zu schätzen, denn Sie brauchen eine genaue Vorgabe um die benötigten personellen und finanziellen Mittel sowie die wichtigsten Massnahmenpakete bestimmen und planen zu können.
Realisierungsplan. Auf der Basis der bisher definierten Prioritäten und Ziele bestimmen Sie nun, welche Massnahmen, Projekte und Arbeitspakete ergriffen werden müssen und welche Ressourcen (z.B. Investitionen) Sie brauchen, um Ihren Plan in die Praxis umzusetzen. Die zentrale Frage lautet: Wer, macht was, bis wann und mit welchen Mitteln?
Halten Sie Ihre Planung in einem kurzen Businessplan fest. So haben Sie ein schriftliches Führungsinstrument, wie der Markterfolg Ihres Unternehmens langfristig gesichert werden soll. Gleichzeitig dient der Businessplan auch zur Überprüfung der Plausibilität. Stellen Sie sich dabei die folgende Frage: Können wir davon ausgehen, dass wir...
unter Einsatz der geplanten Mittel und Massnahmen
die Unternehmensziele
im entsprechenden Geschäftsfeld
erreichen werden?
Mögliche strategische Optionen
Ein zentrales Thema bei der strategischen Planung ist die Suche nach Möglichkeiten um zu wachsen und expandieren. Bei der Suche nach neuen Wachstumsfeldern haben Sie grundsätzlich vier strategische Stossrichtungen:
Sie können von bestimmten Dingen mehr tun. Beispiel: Sie können ein Produkt mit einer hohen Gewinnmarge pushen und versuchen mehr davon zu verkaufen. Optionen: Geografische Expansion, neue Kundensegmente, neue Absatzkanäle, neue Verwendungszwecke, Intensivierung der Marktbearbeitung, Relaunch, Unbundling.
Sie können von bestimmten Dingen weniger tun. Beispiel: Sie können ein Produkt mit einer tiefen Gewinnmarge zwar noch im Sortiment führen aber nicht mehr aktiv verkaufen.
Sie können anfangen bestimmte Dinge zu tun, die Sie bis jetzt nicht getan haben. Beispiel: Sie können ein neues Produkt mit einer hohen Gewinnmarge neu ins Sortiment aufnehmen. Optionen: Neue Produkte und Services, neue Produkt-linien, neue Geschäftsfelder.
Sie können aufhören bestimmte Dinge zu tun, die Sie bisher getan haben. Beispiel: Sie können ein Produkt mit einer schlechten Gewinnmarge aus dem Sortiment nehmen, sich aus nicht (mehr) rentablen Geschäftsfeldern zurück-ziehen oder bestimmte Aufgaben nicht mehr selber machen und outsourcen.
Im zweiten Teil des Blog-Artikels "Unternehmen mit einer guten Planung haben bessere Chancen" sprechen wir über den operativen Teil der Unternehmensplanung: Die Budgetierung und Finanzplanung.