Checkliste Sofortmassnahmen
Gehen Sie die folgenden Punkte Schritt für Schritt durch. Überlegen Sie sich, welche Massnahmen Sie in Ihrem Betrieb am schnellsten umsetzen können. Am besten organisieren Sie eine kleine Brainstorming-Gruppe. Holen Sie - wenn das Verhältnis stimmt - gute Freunde, Partner, Partnerin, Treuhänder und vertraute Mitarbeiter mit ins Boot und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.
- Kundenguthaben überprüfen und fällige Posten mit Nachdruck eintreiben. Bei neuen Aufträgen einen Barzahlungsrabatt anbieten. So fliesst schnell Geld in
die Kasse.
- Mit den wichtigsten Lieferanten sprechen. Bei grösseren Ausständen einen (realistischen) Abzahlungsplan aushandeln. Alles tun um Zeit zu gewinnen. Nur eines sollten Sie nicht machen: Auf Mahnungen oder Zahlungsbefehle nicht reagieren und nichts tun!
- Überprüfen, welche Ausgaben reduziert werden können - nicht nur im Unternehmen, auch im privaten Bereich. Den Gürtel vorübergehend enger schnallen.
- Nicht dringende Investitionen verschieben. Wenn z.B. eine Maschine aussteigt zuerst überprüfen, ob eine Reparatur möglich ist. Eine Reparatur braucht weniger flüssige Mittel als eine Ersatzinvestition.
- Warenlager abbauen. Überprüfen, ob die Artikel auch "Just in Time" eingekauft werden können. Auch wenn der Preis höher ist. Die so gesparte Liquidität ist im Moment wichtiger als der tiefere Preis.
- Möglichkeiten überprüfen, Eigenkapital oder langfristiges Fremdkapital nach-zuschiessen. Finanzierungspotential ausschöpfen: Keine Dividenden auszahlen, Rangrücktritt auf Gesellschafter-Darlehen, Kapitaleinlagen, Kapitalerhöhungen,
Lieferanten davon überzeugen Kreditorenschulden in langfristige Darlehen umzuwandeln, Darlehen von Privatpersonen aufnehmen.
- Der schwierigste Punkt ist das Gespräch mit der Bank. Bekanntlich bekommt man einen Kredit am leichtesten, wenn man ihn nicht braucht. Aber vielleicht haben Sie Investitionen über das Kontokorrentkonto finanziert. Dann sollten Sie versuchen, diese in ein längerfristiges Darlehen umzuschulden.
- Alle verfügbaren Kräfte ins Marketing. Promotionen und Verkaufsförderung bringen schnell Geld in die Kasse. Dabei zuerst Stammkunden mit guter Zahlungsmoral adressieren, erst dann in die Akquisition von Neukunden Zeit und - sofern noch vorhanden - Geld investieren.
- Auf Kernkompetenzen konzentrieren - es ist nicht die Zeit um neue Produkte auf den Markt zu bringen. Fördern Sie den Verkauf von jeden Produkten, die sich am schnellsten verkaufen lassen. Hier gilt die Regel: Schneller Umsatz ist wichtiger als ein grosser Deckungsbeitrag.
- Sind Ihre Mitarbeiter/innen alle voll ausgelastet? Wenn es freie Kapazitäten gibt, dann überlegen Sie, wie Sie diese zur Verbesserung des Kundenservice einsetzen können. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter/innen wo gespart werden kann. Sie wissen oft sehr genau Bescheid über unnütze Ausgaben.
Wenn Sie Ihre Liste mit Lösungsansätzen erstellt haben (ob allein oder in der Gruppe), dann organisieren Sie Ihre Liste nach Prioritäten und bestimmen, wer, was und bis wann macht. Koordinieren und überwachen Sie die Umsetzung der Massnahmen. Überprüfen Sie 2-3 mal pro Woche die (Zwischen-)Ergebnisse und schauen Sie, dass alles nach Plan läuft. Arbeiten Sie beharrlich und kontinuierlich an Ihrem Turnaround. |
|